Compositing
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Unter Compositing versteht man im Allgemeinen das Zusammensetzen eines Bildes als mehreren verschiedenen Einzelkomponenten. Spezialeffekte im Film werden in der Regel durch Compositing in das Filmmaterial eingesetzt. Auch für Standbilder (z.B. Matte Paintings) kann Compositing verwendet werden.
Vereinfacht gesagt hat man mehrere einzeln produzierte Elemente (Film, Bild, etc) und fügt sie zu einem stimmigen Gesamtergebnis zusammen. Dies kann direkt in einer 3D-Anwendung erfolgen oder mit einer speziellen Compositing-Software, wobei letztere Variante mehr Möglichkeiten für nachträgliche Korrekturen bietet.
So wird zum Beispiel aus einer Filmaufnahme eines Feuers, einer Filmaufnahme eines Menschen und einer gerenderten Sequenz eines Drachs eine Szene, in der Drache und Mensch zusammen im Feuer agieren. Weitere typische Anwendungen für Compositing sind Explosionen, Ersetzung/Erweiterung von Hintergründen oder das Einsetzen von Darstellern (vor Blue- oder Greenscreen aufgenommen) in verschiedene Hintergrundszenen (gerenderte Hintergründe, Miniaturmodelle, etc).
Das erste digitale Compositing wurde für den Film Indiana Jones & der letzte Kreuzzug (1989) durchgeführt, wobei hier lediglich mehrere real gefilmte Ebenen miteinander verbunden wurden. Später wurden per Compositing auch digital erzeugte Elemente in Realfilm eingesetzt, so z.B. in Jurassic Park (1993) und Godzilla (1997). In der dreiteiligen Produktion Der Herr der Ringe (2002) wurde exzessiver Gebrauch von Compositing gemacht, da fast jedes Set digital erweitert, Menschenmengen vervielfältigt (oder per Massive Software erzeugt), oder Hintergründe durch Matte Paintings ersetzt wurden.
Vorgehensweise
In CINEMA 4D
Will man ein Compositing direkt in der 3D-Anwendung durchführen, stehen natürlich nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Dennoch läßt sich z.B. eine gerenderte Figur in einen realen Hintergrund einsetzen, wobei man sogar Schattenwurf und Beleuchtung berücksichtigen kann. Der Schlüssel dazu ist das Render-Tag mit seiner Option Hintergrund-Compositing.
In einer Compositing Software
Zu diesem Zweck bieten sich z.B. Adobe After Effects oder (mächtiger) Apple Shake an. Aber auch andere Programme wie Flame oder Combustion sind schon lange auf dem Markt und offerieren ein reichhaltiges Arsenal an Funktionen.
Anwendungen
Kommerzielle Systeme
- Digital Fusion von eyeon
- Inferno
- Flame
- Flint
- Combustion
- Toxik von Autodesk / Discreet
- IQ und EQ von Quantel
- Shake von Apple
- Nuke von Digital Domain
- Avid
- After Effects von Adobe

(für den professionellen Compositinggebrauch nur mäßig geeignet) - PhotoMatch [1]
Stand alone von Vreel 3D Entertainment Camera extraction aus Photos
Freeware / OpenSource
- Jahshaka

http://www.jahshaka.org/ - Cinelerra

(Videoschnittprogramm für GNU/Linux, besitzt ebenfalls Werkzeuge zum Compositing)
http://heroinewarrior.com/cinelerra.php3 - Wax

http://www.debugmode.com/wax/ - KinoDV

http://www.kinodv.org/
Literatur
- Ron Brinkmann: The Art and Science of Digital Compositing
Morgan Kaufmann. ISBN 0121339602 (englisch) - Steve Wright: Digital Compositing for Film and Video
Focal Press. ISBN 0240804554 (englisch) - Patricia D. Netzley: Encyclopedia of Movie Special Effects
Oryx Press, Phoenix, Arizona 2000 ISBN 0-816-044929 (englisch, S. 47) - Thomas Mulack / Rolf Giesen: Special Visual Effects
Bleicher Verlag, Gerlingen ISBN 3-88350-911-6
Ausbildung
- SAE Institute
Internationale Bildungseinrichtung in den Bereichen Audio, Multimedia, Digital Film und 3D
