Demoreel
Aus CINEMA 4D Wiki
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Einleitung
Jeder 3D-Artist sollte früher oder später ein Showreel produzieren. Dieses gibt ihm die Möglichkeit, sich und seine Fähigkeiten zu präsentieren, Arbeiten vorzuzeigen und auf spezielle Fähigkeiten hinzuweisen.
Doch was sollte das Showreel enthalten? Welche Animation und Grafiken kommen hinein, welche nicht? Wie sollte das Reel aufgemacht sein; ist Schlichtheit gefragt, oder handelt man besser nach dem Motto "Nicht kleckern, sondern klotzen"?
Ein Showreel kann sowohl dauerhaft zur Eigenwerbung eingesetzt (z.B. als Download auf der Website) oder einer Bewerbung beigelegt werden. Dieser Artikel konzentriert sich eher auf letzteren Aspekt, vor allem weil in einer Bewerbungssituation einiges vom gelungenen Showreel abhängt.
Schlichtheit und technisches Drumherum
Mach Dein Demoreel nicht zu pompös! Wenn Firmen ein Demoreel als VHS-Video verlangen, dann schick ihnen auch ein VHS-Video, und nicht irgendein anderes Format. Verwende Deine Zeit auf den Inhalt, nicht auf die Verpackung. Du wirst keinerlei Bonuspunkte für originelle Farbdrucke oder selbstgemachte Logos bekommen, denn erstens sehen die Entscheider in den Firmen sowas ständig, und zweitens haben sie nicht danach verlangt.
Beschrifte die Kassette mit Deinem Namen und Deinen Kontaktinformationen, spiel etwas von Deinen besten Arbeiten drauf und benutze einfache Titeleinblendungen. Bau das Reel unkompliziert auf, spring nicht zwischen verschiedenen Projekten hin und her, und benutz auch keine ausgefallenen Überblendungen.
Auch im Internet kann zu viel Grafikdesign und Multimedia von Deiner 3D-Arbeit ablenken, und funktioniert oft nicht bei Firmen, die mit Netscape surfen, oder Linux einsetzen, oder hinter einer restriktiven Firewall sitzen, welche die User z.B. an der Installation neuer Browser-Plugins hindert.
Beschränke den User auf keinen Fall darin, ein Bild als Favorit oder Lesezeichen zu markieren, die Navigationsbuttons des Browsers zu benutzen, oder das Browserfenster zu vergrößern um einen 21“-Monitor zu füllen. Also: Laß die Finger von irgendwelchen bunten Flash-Galerien, Du kannst Dir damit im Grunde nur selber schaden.
Erwarte auch nicht von jedem, Microsoft Word, PDF oder OpenOffice Dateien öffnen zu können; einfaches, sauberes HTML ist das beste Baumaterial für eine Portfolio-Website. Wenn Du Zugriff auf verschiedene Computer hast, teste Deine Site in Netscape und anderen Browsern; auf Windows-, Mac-, SGI- und Linux-Systemen. Kein Personalchef oder Firmenboss wird Zeit darauf verschwenden, sich durch eine fehlerhaft dargestellte Seite zu klicken.
Halte Dein Showreel kurz und einfach
Entferne jegliche schwache Arbeit. Es ist besser, ein kurzes Reel mit nur ein oder zwei Projekten zu haben, als irgendetwas hinein zu packen was nicht die beste Qualität repräsentiert, die Du zu liefern imstande bist. Die Regel ist: „Wenn Du dran zweifelst, lass es raus!“
Wenn Du Modelling, Shading oder Texturierung mit einer Turntable-Animation zeigst (das Modell dreht sich um 360°), mach sie nicht zu langsam. 180 Frames sollten ausreichen. Und lass es nur einmal herumdrehen. Wer es nochmal sehen möchte wird selbst an die entsprechende Stelle im Reel springen.
Wenn Du in Deinem Portfolio viel Wert auf Illustration, Zeichnen, Malen, Bildhauerei oder sonstige Kunstwerke legst, die für den Job, für den Du Dich bewerben willst, wichtig sind, digitalisiere sie und füge eine kurze Präsentation der besten Bilder am Ende Deines Showreels hinzu. Aber wirklich nur ein paar, und zeige jedes Bild nur für vier bis fünf Sekunden.
Zeige originale Arbeiten
Füll Dein Portfolio nicht mit Kopien von Designs und Characters anderer Künstler, besonders nicht mit Rip-Offs von den Firmen, bei denen Du Dich bewerben willst! Du wirst bei Pixar niemanden mit einem selbst erstellten Woody beeindrucken können, und auch Dreamworks werden über einen selbstgebastelten Shrek vermutlich lachen!
Selbst wenn es natürlich große technische Fähigkeiten zeigt, sehen kopierte oder nachgebaute Designs meistens schlecht aus, verglichen mit dem Original. Außerdem wirst Du Dich nicht gut als Künstler präsentieren können, wenn Du nicht in der Lage bist, eigene Werke und Designs zu erschaffen. Versuche, Dinge darzustellen, die für Dich selbst von persönlicher Bedeutung sind: Dein Hobby, Dein Haus, Deine Stadt, etc. Dein Können in Sachen Modelling, Animation und Rendering wird sich verbessern, wenn Du lernst, Details zu beobachten und aus dem wirklichen Leben zu ziehen, um Deine 3D-Arbeiten an ein bekanntes Stück Realität anzupassen. Wenn Du Dich auf etwas für Dich besonderes konzentrierst, wirst Du einigartigere und einprägsamere Arbeiten produzieren.
Firmen suchen nach großem künstlerischem Talent ohne das typische große künstlerische Ego. Bist Du ehrlich, direkt und realistisch zu Deiner Arbeit eingestellt, zeigt das dass Du die Art von Mensch bist, mit der sie gerne arbeiten würden.
Musik
Du brauchst keine Musik in Deinem Showreel – die meisten Professionellen sehen sich Showreels mit ausgeschaltetem Sound an. Außerdem bewirbst Du Dich nicht als Musiker, sondern als 3D-Artist.
