Farbmanagement/Farbmanagement allgemein und mit Photoshop

Aus CINEMA 4D Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Themen Farbkorrektur und Farbmanagement sind bei der Bildbearbeitung ausgesprochen wichtig, aber wegen ihrer scheinbaren Komplexität werden sie in der Praxis leider vernachlässigt.
Das Thema füllt zwar dicke Bücher, trotzdem möchte ich hier versuchen auf wenigen Seiten die Grundlagen zu erläutern, die wichtigsten Zusammenhänge klar zu machen und einige Tips aus der Praxis am Beispiel von Photoshop zeigen.

Es gibt 2 gute Gründe sich mit dem anfänglich abstrakten Thema Farbmanagement zu beschäftigen:

  • Der Monitor, das einzige Fenster in die digitale Bilderwelt, soll Farben möglichst naturgetreu darstellen.
  • Drucke auf diversen Druckmedien und Belichtungen auf Fotopapier sollen der Monitoransicht sehr nahe kommen.

Das ganze ist einfacher verständlich wenn man sich erst einmal von liebgewonnen Annahmen löst, vor allem davon dass ein RGB-Wert eine Farbe darstellt. Wir arbeiten im Prozess der Bilderstellung und Ausgabe mit verschiedensten Geräten, welche alle nur einen Bruchteil des sichtbaren Farbspektrums darstellen können. Farbmanagement bedeutet, diese Geräte so zu verbinden dass möglichst geringe Farbverschiebungen entstehen.


Inhaltsverzeichnis


Problem

Die meisten Bildschaffenden arbeiten und denken in RGB-Werten und meinen, damit eine definierte Farbe zu bestimmen.
Das ist allerdings nicht richtig, da RGB-Werte nur eine Koordinate in einem geräteabhängigem Farbraum darstellen. Der RGB-Wert (255, 0, 0) wird auf allen Monitoren sofort als Rot erkannt. Diese Zahlen stellen keine verbindlichen Farbkoordinaten dar, sondern nur, wie stark die Helligkeit der drei Farbkanäle sein soll. Jedoch ist die tatsächliche Farbe von Monitor zu Monitor unterschiedlich, da verschiedene Modelle unterschiedliche Farbfilter verwenden, die deshalb unterschiedliche Farben hervorrufen. Ein RGB-Wert ist ohne Profil nicht verbindlich, und seine Darstellung sozusagen willkürlich. Nur RGB-Standards wie AdobeRGB oder sRGB schaffen dem Abhilfe.

Nicht normierte RGB-Farbräume können im Gegensatz zum Lab-Farbraum, der alle von Menschen wahrnehmbaren Farben beschreibt, sehr unterschiedliche Ergebnisse zur Folge haben.
Der Lab-Farbraum besitzt wie RGB drei Achsen: L*, a* und b*. L* ist die Helligkeitsachse. a* ist die Rotheitsachse (redness) und beschreibt Farben von Rot bis Grün. b* ist die Gelbheitsachse und beschreibt Farben von Gelb bis Blau. Die Oberfläche des Lab-Farbraums ist die absolute Grenze der theoretisch realisierbaren Farben (genauer gesagt: Körperfarben) und zeigt die Farben mit höchster Sättigung ("Leuchtkraft"). Alle realen Farben liegen innerhalb des Farbraums, auch die Farben, die ein beliebiges Gerät darstellen oder aufnehmen kann. Form und Lage der Grätefarbräume können sehr unterschiedlich sein. Je "besser" zum Beispiel ein Monitor ist, desto mehr Raum füllt der Monitorfarbraum innerhalb des Lab-Farbraums aus. Jedoch wird der Monitorfarbraum niemals aus dem Lab-Farbraum "herausragen", danz egal, wie gut er ist.

Jedes am Bildbearbeitungs-Prozess beteiligte Gerät - Digitalkamera, Monitor, Drucker, ... - hat unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Farbwiedergabe und Farbaufnahme. Die Aufnahme oder Darstellung einer eindeutig (LAB) bestimmten Farbe ist ohne Kalibrierung des jeweiligen Gerätes immer geräteabhängig bzw. unmöglich.

Lösung

Farbmanagement verbindet alle beteiligten Geräte, also deren eingeschränke Möglichkeiten der Farbdarstellung, über den Zwischenschritt eines neutralen Farbmodells (LAB oder CieLab) indem es über die ICC-Profile Beziehungen zu diesem herstellt und verschiedene Möglichkeiten zur farbverbindlichen Transformation bietet.
Die vom ICC geschaffene Lösung besteht darin eine Möglichkeit zu schaffen, die Farbeigenschaften eines Gerätes in standardisierter Weise zu beschreiben: mit ICC-Profilen.
Ein ICC-Profil beschreibt den Farbraum (Gamut) eines Gerätes, also welche Farben es aufnehmen oder wiedergeben kann. Darüber hinaus regelt es wie bestimmte eingegebene Farbwerte verarbeitet werden müssen bzw. mit welchen Farbwerten eine bestimmte Ausgabe erreicht werden kann.
Die Eingangs- und Ausgangsseiten eines ICC-Profils werden bei der Umwandlung mit den sog. "Rendering Intents" verknüpft.

Verfahrensweise

Ein Farbmanagementsystem (oder CMS, für Color Management System) ist ein Programm, das die Farbtransformationen (Weißpunktabgleich usw.) ausführt. Es ist im Betriebssystem integriert, kann aber auch von einem anderen Hersteller stammen. Adobe z.B. installiert zusammen mit Photoshop, Illustrator etc. ein eigenes Farbmanagementsystem (Adobe CMS). Es ist aber möglich, stattdessen in Photoshop auch das Microsoft-Farbmanagementsystem (Microsoft ICM) zu verwenden, das sich in der aktuellen Version an die neuesten Spezifikationen des ICC hält.
Wenn ein Programm ein Bild ausgeben soll, bedient es sich des CMS, das die Farbwerte des Bildes mit den zugehörigen Profilen verrechnet und die korrigierten Farben an die jeweilige Anwendung zurückgibt.

Details

Farbraum

Gamut-Mapping, die Umwandlung zwischen Farbräumen

Photoshop

wie man mit neuen Bilder am Anfang der Bildbearbeitung umgeht

Glossar

Links zu Farbmanagement und Farben

Peter Heinrichs

Persönliche Werkzeuge