Künstlersozialversicherungsgesetz
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Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes
Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) wurde mit Wirkung zum 15.06.2007 geändert und die Anzahl der Prüfer, die für die KSVG zuständig sind, erheblich aufgestockt.Das kann insbesondere für Unternehmen teuer werden, die nicht einmal geahnt haben, dass sie es mit der Honorierung von Künstlern zu tun haben, wenn sie eine Leistung für ihr Unternehmen bezogen. Aufgrund des 3. KSVG-Änderungsgesetzes geht die Zuständigkeit für Betriebsprüfungen per 15.06.07 von der Künstlersozialkasse (KSK) auf die Deutsche Rentenversicherung (DRV) über.
Hintergrund
Selbstständige Künstler und Publizisten sind, anderes als andere Freiberufler oder Unternehmer, über die KSK gesetzlich kranken- und rentenversichert. Einzahlen muessen zum eineen die Kuenstler selbst, zum anderen die Unternehmen, die sie beauftragen. Außerdem fließen in die KSK noch Steuergelder. Das Problem: Viele Unternehmen wissen nicht, dass einige der von Ihnen eingekauften Leistungen unter „Kunst“ fallen und eine Beitragspflicht in der KSK auslösen. Denn diese trifft nicht nur klassische Medienunternehmen, sondern alle Unternehmen, die selbststaendige Künstler oder Publizisten regelmäßig beschaeftigen, ihnen also nicht nur gelegentlich Aufträge erteilen. Sie müssen die Kuenstlersozialabgabe i. H. v. derzeit 5,1 % des Honorars entrichten, welches selbststaendige Kuenstler oder Publizisten von ihnen erhalten.
Teilweise ahnungslose Unternehmen
Diese Pflicht zu Künstlersozialabgabe ist vielen Unternehmen, die nicht in klassischen Medienbereichen wie in Verlagen oder Rundfunkunternehmen aktiv sind, unbekannt. hinzu kommt, dass das Eintreiben und Überwachen der Abgaben bislang ehr verhalten und unauffaellig erfolgte. Für Kontrolle war bislang die Unfallkasse in Wilhelmshaven zustaendig. Der aber mangelt es an der notwendigen personellen Ausstattung. Doch diese „laschen“ Zeiten sind nun vorbei.
Prüferheer im Anmarsch?
Die aktuelle Reform hat zu einem Zustaendigkeitswechsel gefuehrt. Jetzt sind, aus Rationalisierungs- und Effizienzgruenden, die Betriebspruefer der DRV zustaendig. Experten gehen davon aus, dass auf eine Vielzahl von Unternehmen sowohl Zahlungen, als auch Nachzahlungen sowie Bußgelder zukommen werden. Schon im naechsten Monat wird die DRV Tausende von Erhebungsbögen an bisher nicht von der KSK erfasste Unternehmen verschicken. Darin wird innerhalb von 4 Wochen Meldung über an selbststaendige Kuenstler und Publizisten geleistete Zahlungen gefordert. Erfasst wird der Zeitraum der Kalenderjahre 2002 bis 2006. Die Abgabesaetze betrugen in den Jahren: 2002-2003: 3,8 %, 2004: 4,3 %, 2005: 5,8%, 2006: 5,5 %. Schlimmstenfalls kommt nocht ein Bußgeld von bis zu 50.000 € hinzu. Hat sich hier ein mittelstaendisches Unternehmen nie mit dem Thema KSK befasst, kann es ein böses Erwachen geben, wenn sich jetzt die DRV meldet und rueckwirkend fuer 5 Jahre Entgeltmeldungen für Kuenstler verlangt. Die spontane Aussage „Kuenstler beschaeftigen wir keine“ erweist sich dann schnell als Irrtum. Denn die Mehrzahl der Unternehmen hat Zahlungen geleistet an Webdesigner fuer den Internetauftritt, an Grafiker und Layouter fuer den Geschaeftsbereich, an Fotografen fuer den Producktkatalog, an Designer fuer den Messestandentwurf, an Übersetzer fuer den Flyer oder einer band zum Firmenjubeläum.
Auch Kuenstler und Publizisten werden genauer kontrolliert
Auch die selbststaendigen Kuenstler und Publizisten werden sich in diesem Zusammenhang auf zusaetzliche Kontrollen einstellen muessen. Bisher richteten sich die KSK-Beitraege schwerpunktmaeßig nach der Schaetzung der Einkuenfte fuers folgende Jahr. Daher galt es gerade im Grenzbereich zwischen Kuenstler und sonstigem Freiberufler als guter Schachzug, die weniger strenge KSK-Sozialversicherung zu waehlen, um beitragsmaeßig guenstiger zu fahren. In Zukunft kann die KSK Angaben zum Einkommen in der Vergangenheit verlangen und Beitragsbescheide entsprechend anpassen. Nicht jeden von nachzahlungen betroffenen Kuenstler wird es troesten, dass wer mehr Beitraege zahlt, später auch mehr Rente erhaelt. college admission essays
