Kamera-Animation auf Splines
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Die Animation einer Kamera auf einem Spline ist eine bekannte und oft benutzte Technik, da sie das 3D-Pendant zum Kamera-Dolly darstellt.
Entscheidend ist hier allerdings die Wahl des richtigen Spline-Typs, um ein angenehmes Resultat zu erhalten.
B-Spline
Während das Lineare Spline natürlich sowieso ausscheidet, da nicht weich zwischen den Stützpunkten interpoliert wird, verwenden viele Benutzer ein B-Spline. B-Splines haben zugegebener Maßen den Vorteil, dass sie leicht kontrollierbar sind. Das ist aber auch zugleich der Pferdefuß an der Sache, der B-Splines zwar bei der Modellierung sehr hilfreich, für die Kamera-Animation aber untauglich macht. Das Beispiel rechts zeigt, wie sich mit wenigen Punkten sehr präzise Formen erzeugen lassen.Wird beim B-Spline ein Stützpunkt verschoben, wirkt sich diese Änderung nur bis zu den nächsten 2 Nachbarspunkten aus. Das restliche Spline zeigt keinerlei Veränderung. Dadurch entsteht eine Kurve, die auf den ersten Blick zwar weich wirkt, jedoch harte Wechsel zwischen Rechts- und Linkskurven aufweist. In der Kamera-Animation fällt dies (besonders bei tangentialer Kamera-Ausrichtung) durch harte Richtungswechsel im Schwenk auf.
Wird die Kamera nicht tangential am Spline, sondern auf ein Ziel ausgerichtet, ist der Effekt nicht mehr so stark. Er kann sogar das Gefühl, die Kamera führe auf Schienen (Dolly) verstärken. Dennoch, eine weiche, organisch wirkende Animation ist mit B-Splines fast ausgeschlossen.
Kubisches Spline/Akima-Spline
Grundsätzlich zu bevorzugen sind Kubische Splines oder Akima-Splines. Bei diesen Typen geht der Einfluss jedes Stützpunkts viel weiter als nur über 2 Nachbarspunkte. Dadurch fällt es zwar schwerer, eine bestimmte angestrebte Form zu erzeugen, jedoch wird das Ergebnis automatisch weicher und angenehmer. Es gibt keine harten Richtungswechsel zwischen Kurven, sondern es wird weich zwischen Kurvenrichtungen übergeblendet.
Wird bei einem Kubischen Spline oder einem Akima-Spline ein Stützpunkt verschoben ändert sich potentiell der Verlauf des gesamten Splines. Der Einfluss des verschobenen Punktes nimmt aber mit zunehmender Entfernung ab.
Möchte man eine sehr weiche, sanfte Kamer-Animation erstellen, verwendet man am Besten Kubische Splines. Akima-Splines erzeugen geringfügig engere Kurven und sind somit evtl. für etwas actionreichere Animationen geeigneter. Der Unterschied ist jedoch nur marginal, und so ist es letzendlich Geschmackssache bzw. eine Frage der Vorliebe des Artists.
Direktvergleich
Die folgende Animation zeigt einen Vergleich zwischen Kubischem Spline, Akima-Spline und B-Spline. In allen drei Versionen sind die Stützpunkte der Splines exakt die selben, es wurde lediglich der Spline-Typ verändert. Die Kamera ist ganz einfach über ein "Auf Spline Ausrichten"-Tag mit tangentialer Ausrichtung auf dem Spline animiert.
Download hier:
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Media:Camera_Spline_Comparison.mp4
