Private Animationsprojekte richtig durchführen
Aus CINEMA 4D Wiki
Read this page in English
Dieser Artikel soll Tipps und Anregungen geben, wie ein nicht kommerzielles Animationsprojekt (am Beispiel eines Animationskurzfilms) angegangen und erfolgreich durchgeführt werden kann.
Inhaltsverzeichnis |
Das Konzept
Die Grundlage eines jeden erfolgreichen Kreativprojekts ist ein gutes Konzept. Ohne ein gut durchdachtes Konzept kann man weder strukturiert und zielgerichtet arbeiten, noch weitere Mitarbeiter für das Projekt begeistern.
Da es ein Amateurprojekt ist, und zudem mit wenig oder sogar überhaupt keinen Budget auskommen muss, sollte man als erstes die Eckpunkte des Projekts festlegen. Wie lange soll die Animation dauern? Wieviele Orte (Kulissen) darf es ungefähr geben? Wieviele Charaktere sollen vorkommen? Ist Musik geplant?
Natürlich gilt es auch, die geplante Story in groben Zügen zu beschreiben, und den grundsätzlich geplanten Stil (Cartoon, Realismus, abstrakt etc) zu definieren.
Während das Konzept entwickelt wird, ist es gut, allein am Projekt zu arbeiten. So kommt einem niemand 'in die Quere' und man kann zielgerichteter arbeiten.
Die Story
Die Handlung des Films läßt sich iterativ erarbeiten. Das heißt: Zuerst wird das grobe Schema der Geschichte erarbeitet. Anschließend verfeinert man die Story in mehreren Durchläufen bis zur Vollendung, wobei man immer weiter ins Details geht.
Das kann sehr kurz und durchaus in nur ein oder zwei Sätzen formuliert sein: "Protagonist möchte zum Mittag ein Omelett machen, aber es geht alles schief. Im Laufe der Handlung wird die komplette Küche zerstört. Das Omelett wird am Ende zwar fertig, aber unter einem herabfallenden Hängeschrank begraben."
Danach geht man eine Ebene tiefer: Was muß der Hauptchakater für sein Omelett tun? Muß er vielleicht noch irgendwelche Zutaten beschaffen? Sind alle Geräte da und funktionieren sie auch? Was kann schiefgehen?
Diesen Ideen folgend könnte man die Geschichte so weiterentwickeln, dass der Protagonist nicht nur exrem hungrig ist, sondern dass die vorhandenen Zutaten nur genau für ein Omelett reichen (das macht den Fehlschlag am Ende der Geschichte dramatischer). Der Ofen könnte defekt sein und in Flammen aufgehen, in der Wasserflasche zum Löschen ist Spiritus.
Und so weiter, und so fort...
Im nächsten Durchlauf würde man sich die genauen Umstande der einzelnen Ereignisse ausdenken.
Am Ende sollte es ein Storyboard geben, an dem jede Szene erkennbar ist, und dass die Geschichte und ihre besonderen Spannungsmomente und Gags enthält. Dieses Storyboard kann (und sollte) Skizzen enthalten, welche die Geschehnisse erläutern und visualisieren.
Mit diesem Storyboard und den Skizzen fällt es nun schon weitaus leichter, interessierte Mitarbeiter für das Projektteam zu finden. Niemand macht bei einem Projekt mit, bei dem nur jemand eine wage Idee hat. Aber wenn es bereits eine konkrete Story und eine Übersicht über den Projektumfang gibt, hat man gute Chancen.
