Farbmanagement/Rendering Intents
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Das Rendering Intent (Wiedergabe-Ziel) legt fest wie die Umrechnung eines Bildes von einem Farbraum in einen anderen (Gamut Mapping) passiert.
Inhaltsverzeichnis |
Die vier Rendering Intents
- perzeptiv oder fotografisch)
- relativ farbmetrisch
- absolut farbmetrisch (oder colorimetrisch)
- sättigungserhaltend
Diese teilen sich in zwei Kategorien:
- Re-Purposing (neue Anwendung, dazu gehört der perzeptive und der sättigungserhaltende)
- Re-targeting (andere Druckausgabe, dazu gehören die beiden farbmetrischen).
Neue Anwendung
Re-purposing, besonders Umrechnung zwischen verschiedenen Farbmodellen wie RGB und CMYK)
Perzeptiv (auch perceptual oder fotografisch):
wird meistens für die Umrechnung von RGB in CMYK bzw. zwischen deutlich verschieden großen Farbräumen verwendet. Wenn von einem größeren in einen kleineren Farbraum umgerechnet wird, werden alle Farbabstände komprimiert, allerdings werden die gesättigten Bereiche stärker komprimiert als die weniger gesättigten, da das menschliche Farbempfinden Unterschiede zwischen wenig gesättigten oder neutralen (grauen) Farbtönen sehr viel stärker wahrnimmt als zwischen gesättigten Farben gleichen Farbtons.komprimiert werden.
Sättigungserhaltend (saturation):
dient vor allem dazu, möglichst satte Farben in Präsentationsgrafiken zu erhalten. Es wird starke Stättigung erhalten, auch wenn sich dadurch der Farbton verschiebt.
Anderes Druckverfahren
(Re-targeting, Verwendung beim digitalen Proofen)
Absolut farbmetrisch:
Der absolut farbmetrische Rendering-Intent versucht eine 1:1-Übertragung aller Farben aus dem Quellfarbraum in den Zielfarbraum, soweit möglich.
Quellfarben die nicht in den Zielfarbraum passen werden dabei mit der nächstmöglichen Farbe im Zielfarbraum ersetzt, was meistens keine sehr guten Ergebnisse liefert.
Ist z.B. das Schwarz des Quellfarbraumes dunkler als das des Zielfarbraumes wird es auf das nächstmögliche Grau aufgehellt. Dasselbe passiert in diesem Fall auch mit anderen zu dunklen Farben, was 1. zu Verlust der Tiefenzeichnung und 2. zu "Farbsprüngen" führt, da übertragbare Farben ja nicht verändert werden.
Bei abweichenden Weisspunkten beider Farbräume wird das Quell-Weiss im Zielfarbraum mit einem Farbstich und meist zu dunkel abgebildet.
Absolute Farbmetrik ist die einzige Methode, die einen Grossteil der Farben 1:1 übersetzt, kommt in der Praxis aber fast nur für Proof-Drucke zum Einsatz, da es hier um Genauigkeit geht.
Fast alle anderen Methoden berücksichtigen über den gesamten Farbraum den Weißpunkt und Gammawert des Zielfarbraumes und liefern oft visuell bessere Ergebnisse.
Relativ farbmetrisch
Die Umrechnung erfolgt ähnlich wie bei absolut farbmetrisch, allerdings ohne Papierweiß-Simulation. Alle Farben des Quellfarbraums werden zunächst so verschoben, dass die Weißpunkte der beiden Medien zusammenfallen (Farbadaptation). Grund für diese Adaptation ist das Phänomen der Farbkonstanz des menschlichen Sehens. Selbst bei großen Abweichungen einer Lichtquelle (Weißpunktes) relativ zu einer Bezugslichtquelle sehen Menschen Farben gleich, da das Sehsystem solche "Farbfehler" automatisch korrigiert. Dies ist auch der Grund, warum Fotografien mit falschem Weißabgleich ganz anders aussehen, als der Fotograf die aufgenommene Szene selbst wahrgenommen hat. Außerhalb des Zielfarbraums liegende Farben werden dann – wie beim absolut farbmetrischen Intent – beschnitten. Diese Methode wird vor allem bei der Umrechnung von Bildern für ein neues Druckverfahren mit ähnlich großem Gamut verwendet. Passt der Farbraum des Bildes nicht vollständig in den Zielfarbraum kann es auch hier zu störenden Clipping-Fehlern (Detailverlust, Unregelmäßigkeiten in Verläufen, Farbverschiebungen) in sehr gesättigten oder dunklen Farbbereichen kommen.
