Schwarzweiß
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Einleitung
Es heißt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das mag durchaus stimmen, aber darüber hinaus gilt oftmals noch: Ein Schwarzweiß-Bild sagt mehr als tausend Farbfotos. Da das Entwickeln von Schwarzweiß-Filmen heute sehr teuer ist, und viele Digitalkameras auch keine zufriedenstellenden Lösungen für Schwarzweiß-Fotografie anbieten, widmet sich dieser Artikel der Umsetzung eines solchen Fotos mit Adobe Photoshop. Als Quelle dient hier ein ganz normales eingescanntes Farbfoto, Digitalfotos funktionieren natürlich genauso gut.
Von Farbe nach Schwarzweiß
Einfach konvertieren?
Viele werden sich fragen: "Warum das Bild nicht einfach mit einem Klick in Graustufen konvertieren?" Die Antwort ist einfach: Erstens wird das Bild aufgrund der Umwandlungsmethode matt und kontrastarm. Zweitens hat man beim simplen Konvertieren keinerlei Einflußmöglichkeiten auf das Ergebnis, wohingegen man beim Aufnehmen eines Schwarzweiß-Bildes mit einer Kamera zahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung hat. Die beiden folgenden Bilder demonstrieren dies:
Der Kanalmixer
Das Mittel der Wahl sollte der Kanalmixer sein. Er ist in Photoshop im Bild-Menü zu finden; allerdings empfiehlt es sich, über das Ebene-Menü eine Einstellungsebene für den Kanalmixer zu erzeugen. Dadurch können die Einstellungen später noch veränder werden und man bleibt flexibel.Im Kanalmixer muß die Monochrom-Option aktiviert werden. Jetzt verhält sich das ganze ein wenig wie eine Kamera mit Schwarzweißfilm und farbigen Filtern vor dem Objektiv:
Ein roter Filter läßt nur das rote Licht zum Film durch; Bereiche im Bild erscheinen also heller, je höher der Rot-Anteil ihrer Farbe ist. Das eignet sich zum Beispiel sehr gut für Portraits: Die Haut erscheint makellos glatt, Falten verschwinden, die Lippen bilden wenig Kontrast zur Gesichtshaut. Rasen und Blätter erscheinen eher dunkel. Beim grünen Filter passiert genau das Gegenteil: Er filtert das rote Licht weg, und läßt nur grünes Licht an den Film; Daher werden alle Details und Poren menschlicher Haut betont, Lippen erscheinen viel dunkler als Gesichtshaut, Rasen und Blätter sehen dafür hell aus. Blaue Filter lassen Haut relativ dunkel erscheinen, blauer Himmel und Wolken werden beinahe gleich hell.
Die Wirkung der farbigen Filter vor dem Objektiv läßt sich mit dem Kanalmixer leicht nachbilden. Stellt man z.B. den Regler für Rot auf "100%" und die anderen beiden Regler auf "0%", so hat man die Wirkung eines kräftigen Rotfilters. Entsprechendes gilt natürlich auch die die anderen Regler.
Unten sind ein paar Beispiele unterschiedlicher Einstellungen zu sehen. Zu beachten ist nicht nur die Schattierung der Haut, sondern auch die farbigen Streifen des Balls; hier zeigt sich die Auswirkung des Kanalmixers am deutlichsten.
Tönung
Ein Schwarzweißfoto lebt nicht nur von der richtigen Filtereinstellung und der daraus resultierenden Schattierung, sondern auch von der Tönung. Diese wird bei analogem Film im Labor mit verschiedenen Chemikalien nach der Entwicklung hinzugefügt, aber natürlich läßt sich das gleiche auch in Photoshop bewirken.Wahlweise über das Bild-Menü oder das Ebene-Menü ist der Farbton und Sättigung-Dialog erreichbar. Aktiviert man hier die "Färben"-Option, läßt sich das Schwarzweißfoto leicht einfärben. Es hat sich als günstig erwiesen, zuerst bei relativ hoher Sättigung eine geeignete Farbe auszusuchen, und anschließend die Sättigung herunterzuregeln, so dass nur noch ein 'Hauch' von Farbe übrigbleibt.
Auch die Tönung kann gestalterisch eingesetzt werden, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Das klassische Sepia wirkt freundlich und warm, und kann ein Bild auch älter aussehen lassen. Bläuliche Farbtöne wirken kalt und lassen das Bild nicht älter aussehen. Auch grünliche oder Türkis-Farbtöne sind denkbar. Hier ist Experimentierfreudigkeit gefragt!
Schlußbemerkung
Diese Technik funktioniert natürlich nicht nur mit Fotos, sondern ganz prima auch mit farbigen Renderings. Falls das Quellbild allzu kontrastarm ist, kann zuerst auch mit einer Veränderung der Gradationskurven oder von Helligkeit/Kontrast für mehr Kontrast gesorgt werden.
Das Kind auf dem Foto ist übrigens Frank Willeke aka. c4d-Jack
