Tageslicht
Aus CINEMA 4D Wiki
Read this page in English
Dieser Artikel gibt ein paar Anregungen und Hilfestellungen, wie sich realistisch aussehendes Tageslicht erzeugen lässt.
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Eine Lichtsituation zu erstellen, die natürlich wirkt und das Gefühl 'draussen zu sein' vermittelt, ist keine leichte Aufgabe. Aber so schwer, wie Sie jetzt vielleicht denken, ist es auch nicht.Im Laufe dieses Artikels werden wir versuchen, ein gutes Tageslicht zu erzeugen. Wir werden keine externen Plugins oder Module (außer AdvancedRender) verwenden, und außerdem nicht mit CINEMA 4D Sky arbeiten, damit auch Benutzer älterer Versionen diese Technik nutzen können.
Eigenschaften
Gutes Tageslicht besteht aus den folgenden Elementen:
Sonnenlicht
Es ist offensichtlich, dass wir eine Lichtquelle als Sonne brauchen. Ohne Sonne gibt es auch kein Tageslicht.
Typ der Lichtquelle
Da die Sonne sehr weit von der Erde entfernt ist, empfiehlt es sich, auch im C4D-Modell eine Distanzlichtquelle zu verwenden. Dies führt zu realitätsnahen, parallelen Schatten. Eine Punktlichtquelle dagegen würde dem Betrachter durch die stürzenden Schatten verraten, dass das Licht aus geringer Entfernung kommt.
Stärke
Sonnenlicht ist extrem hell. Im Vergleich mit anderen Lichtquellen ist es sicher ein guter Ansatz, eine Helligkeit von mehr als 100% einzustellen. Allerdings werden Sie schnell merken, dass sich durch die Helligkeit der sich addierenden Füllichtquellen und des Streulichts ein stark überbelichtetes Bild ergeben kann, so dass man im späteren Verlauf der Arbeiten meist die Lichtquelle doch wieder dunkler macht. Alles eine Frage des Feintunings.
Farbe
Das Sonnenlicht hat eine sehr hohen Energiegehalt, deshalb sollte es einen Blaustich haben. Da aber zusätzlich Himmelslicht in diesem Artikel besprochen wird, welches tatsächlich Blau ist, wäre es ratsam das Sonnenlicht leicht geblich zu machen. Ein Richtwert wäre RGB=(255,254,252). Manchmal ist es besser sich nicht vollständig an der Realität zu orientieren, um ein realistisches Bild zu erzeugen. Gelbliches Sonnenlicht wirkt auch freundlicher.
Beachte dass der Sonnenstand einen Einfluss auf die Lichtfarbe hat. Je tiefer die Sonne steht, um so gelber oder sogar roter wird ihr Licht. Versuche Deine Sonnenfarbe an die von Dir gewünschten Lichtbedingungen anzupassen. Auch eine bestimmte Lichtstimmung lässt sich durch die richtige Lichtfarbe kreiren: Je mehr Gelb bzw. Rot (warme Farben) das Licht hat, je freundlicher wirkt die Szene. Wähle ein leicht bläuliches Sonnenlicht, um Deine Szene hart und kalt wirken zu lassen.
Schatten
Weil die Sonne sehr weit entfernt ist, werden wir harte Schatten verwenden. Tatsächlich wäre es realitätsnäher, verwendeten wir Flächenschatten mit einem sehr kleinen Radius. In den meisten Situationen dürfte der Unterschied allerdings so gering ausfallen, dass sich der erhöhte Zeitaufwand kaum lohnt.
Falls kein direktes Sonnenlicht gewünscht ist, sieht die Sache schon wieder anders aus. Man stelle sich einen Tag mit leichter Bewölkung vor. Die Sonne scheint nur noch schwach durch die Wolken und erzeugt sehr diffuse Schatten. Für eine solche Szene sind weiche Schatten oder Flächenschatten eher geeignet.
Wichtig: Je klarer der Himmel ist, desto schärfer sollten die von der Sonne erzeugten Schatten sein.
Streulicht
Ein bedeutendes jedoch oft unterschätztes Element einer realitätsnahen Beleuchtung ist das Himmelsstreulicht. Da der Himmel blau ist, ist auch das von ihm ausgesandte Licht blau. Im Alltagsleben nehmen wir das kaum noch wahr, schauen wir jedoch genau hin, ist das Himmelsblau an klaren Wintertagen sehr gut zu erkennen: Alle Schatten sind blau, weil sie nur vom blauen Himmel beleuchtet werden.
Ohne Radiosity
Falls von Radiosity kein Gebrauch gemacht werden soll, kann man die Umgebungsbeleuchtung wie folgt simulieren:
Erstelle eine Lichtquelle (Typ: Punktlicht) mit einem himmelähnlichen Blauton. Um ein getreues Blau einzustellen ist es ratsam von einem Photo einen Blauton herauszunehmen. Deaktiviere die Ganzlichtoption der Lichtquelle (Lichteigenschaften > Details).
Der nächste Schritt wäre die Erstellung eines Array-Objekts, welchem man die Lichtquelle unterordnet. Erhöhe den Radius des Array-Objekts, so daß die Lichtquellen um die Szene herum angeordnet werden. Erhöhe die Kopien der Lichtquelle auf ungefähr 12 Stück (oder höher) und setze die Helligkeit der Lichtquelle herunter. Auf diese Art und mit etwas mehr Feinarbeit
kann man schon ein sehr gutes Tageslicht simulieren.
Nichtsdestotrotz wird es mit Radiosity realistischer aussehen.
Mit Radiosity
Der beste Weg ein einfaches Himmelslicht zu simulieren ist ein Material zu erstellen, welches einen Verlauf im Leuchtkanal hat. Der Farbverlauf sollte von Dunkelbraum zu einem hellen Braun in der Mitte beinhalten. Weiter sollte der Verlauf von einem hellen Blaugrau über ein grünstichiges Blau zu einem Hellblau und weiter zu einem Dunkelblau führen.
Vergebe das Material an ein Himmelobjekt (oder einer großen Kugel, welche die komplette Szene umschliesst) und aktiviere Global Illumination. Dort muß das Stochastische Radiosity aktiviert sein mit einer Strahentiefe von mindestens 2.
Sehr wahrscheinlich muß mit mehreren Testdurchläufen gerechnet werden, bis die gewünschte Beleuchtung steht. Die Beleuchtung kann durch die Helligkeit des Verlaufs und durch die Helligkeit des Sonnenlichts geändert werden. Um schnellere Testdurchläufe zu erreichen, müßen die Stochastischen Strahlen reduziert werden.
Nach dem Rendern dürfte ein ähnliches Ergebnis vorliegen, wie das Bild, welches unten gezeigt wird.
